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Jörg Nintemann ,
24.02.2021

Erfolgreiche Mitgliederversammlung Diskussion über Fake-News

Wie umgehen mit „Fake News, Filterblasen und Echokammern“?

Eißendorfer SPD diskutierte mit Dr. Jan-Hinrik Schmidt über die Wirkmechanismen von Social Media

Angesichts der Pandemie, und dem Thema grundsätzlich angemessen, diskutierten die Eißendorfer Genossinnen und Genossen mit dem Sozialwissenschaftler Jan-Hinrik Schmidt online über ein spannendes und aktuelles Thema: Wie soll man umgehen mit gezielter Falschinformation im Internet? Wie erkennt man Fake-News und wie sollte man als Partei, aber auch persönlich darauf reagieren?

Diese und andere Fragen wurden mit Schmidt sorgfältig und fachlich fundiert besprochen. Social Media Plattformen böten die Möglichkeit sehr einfach an gesellschaftlichen Debatten zu partizipieren. Was einerseits positiv ist, stelle sich auf der anderen Seite als Problem dar: Da Inhalte kaum redaktionell und professionell journalistisch bearbeitet würden, sei die Gefahr groß, Falschaussagen zu posten und zu verbreiten. Allgemein herrsche ein recht derber Ton in der Diskussion auf Internetportalen. Fake News könnten sich sehr schnell verbreiten, da Nutzerinnen und Nutzer schnell Kontakt zu Anderen fänden, die an ähnliche Falschdarstellungen glauben. So entstehe der Eindruck die eigene (falsche) Einstellung sei mehrheitsfähig and angemessen. Durch komplizierte Algorithmen in den Programmen würden den Nutzern gezielt gefilterte Inhalte angezeigt. So entstünden „Filterblasen“, die eine ausgewogene Darstellung bestimmter Inhalte verhindern. Innerhalb dieser „Blase“ bekomme man von anderen Usern ein positives „Echo“, der Eindruck, entgegen des mutmaßlichen „Mainstreams“ mit einer falschen Meinung sich im Recht zu fühlen werde so verstärkt. Hier bemühte Schmidt ein ganz anschauliches Bild: Der Onkel, der betrunken schon immer recht eigenartige Thesen zu Politik und Gesellschaft vertreten habe und damit in der Familie bekannt war, aber doch recht einsam dastand, wird plötzlich bestärkt, wenn er seine Thesen in Social Media äußert: Er würde Kontakt zu Nutzern finden, die ähnliche Außenseiterthesen vertreten und sieht sich damit im Recht und wird positiv verstärkt.

Insgesamt spiegele das gereizte Klima in der Debatte auf Social-Media aber auch eine gesellschaftliche Realität wieder: In Deutschland sei das Klima rauer und gereizter geworden. In Krisenzeiten natürlich ganz besonders. Metin Hakverdi konnte dies aus seiner Sicht als Bundestagsabgeordneter bestätigen: Er liebe die konstruktive Debatte und Diskussion, sei aber im Internet vielfach Anfeindungen, Beschimpfungen oder sogar Bedrohungen ausgesetzt. Dieser „aufgestaute Hass“ im Internet, habe laut Schmidt aber auch mit einem Ungleichheitsgefühl und dem Gefühl des „abgehängt seins“ zu tun. Dies sei natürlich ein wichtiges Signal und damit auch ein Thema für die SPD.

Fehlentwicklungen gegensteuern könne man nur mit Medienkompetenz. Aus seiner praktischen Erfahrung als Lehrer, konnte der Eißendorfer Bürgerschaftsabgeordnete Matthias Czech dies nur bestätigen: „Diese Kompetenz zu entwickeln, ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe und nicht nur ein Thema für die Schulen, da es hier Bedarfe in allen Altersgruppen gibt.“

Das Fazit des Abends und der Diskussion, die von Sven Hey kundig und engagiert moderiert wurde, fiel aber trotz aller angesprochenen Schwierigkeiten und Probleme dann durchaus versöhnlich aus: Ein Leben ohne Social Media sei heute kaum noch vorstellbar und auch nicht nötig.

Metin Hakverdi abschließend :„Twitter, Facebook, Instagram, TikTok und neue Plattformen wie Clubhouse bieten auch viele positive Potenziale, die gesellschaftliche Entwicklung konstruktiv und demokratisch zu begleiten. Sie bieten große Möglichkeiten der Beteiligung aller gesellschaftlichen Gruppen und sind daher auch für Parteien eine Chance, die Menschen direkt und ohne große Hürden zu erreichen.“